Bienen und Bienenwachs

Der Imkerverein Weiden und Umgebung hat zusammen mit dem Imkerkreisverband Weiden 12.2.2017 im Postkeller in Weiden einen Wachskurs vom niederbayerischen Imkerfachberater Erhard Härtl angeboten.

88 Imker und Imkerinnen kamen, um sich über das wertvolle Produkt Bienenwachs informieren zu lassen. Herr Härtl berichtet, dass die Baubienen aus speziellen Wachsdrüsen zwischen den Bauchschuppen jeweils 8 winzig kleine, durchsichtige Wachsschüppchen ausschwitzen, die sie mit den Mundwerkzeugen abnehmen, durchkneten, um damit ihren Wabenbau zu errichten. Mit den sechseckigen Zellen nutzt die Biene die geschickteste Raumaufteilung mit dem geringsten Aufwand an Baumaterial. Die Waben sind das Skelett eines Bienenvolkes. Es dient zur Aufzucht der Brut, zur Speicherung des Honigvorrates und als Tanzboden, um anderen Bienen mitzuteilen, wo sie eine Nektarquelle finden. Es finden sich verschiedenartige Zellen auf den Waben. Die Brutzellen der Arbeiterinnen sind kleiner als die der Männchen, der Drohnen. Die Weiselzellen der Königinnen sind am größten und haben eher die Form eines Zäpfchens. Das Wachs besteht aus einem Stoffgemisch von über 300 Bestandteilen. Es nimmt fettlösliche Bestandteile auf. Daher muss der Imker darauf achten, dass er den Bienen nur sauberes Wachs in Form der vorgepressten Mittelwände gibt. Diese bauen Bienen bei Bedarf weiter aus. Zusammen mit dem Entdeckelungswachs kann der Imker daher pro Volk im Jahr ca. ein Kilogramm Wachs gewinnen. Dieses Bienenwachs war früher besonders in Kirchen für die Kerzenherstellung mehr begehrt als der Honig. Heute wird Bienenwachs auch in der Industrie genutzt, beispielsweise als Trennmittel für Gummibärchen, als Trägerstoff in der Pharmazie oder in der Kosmetik als Bestandteil von Salben. Reines Bienenwachs ist daran zu erkennen ist, dass bei einer Erhitzung ein angenehmer Geruch entsteht, beim Ritzen mit dem Fingernagel sich eine Spirale bildet, ein Kreidestrich haften bleibt und bei einer Kauprobe eines kleinen Stückchens Wachs nichts an den Zähnen kleben bleibt. Herr Härtl gab zudem Hinweise und Tipps zur Bauerneuerung in den Bienenvölkern, Wachsgewinnung und seiner Bearbeitung. Außerdem empfahl er, zur Qualitätssicherung des Bienenwachses von der Möglichkeit der derzeit kostenlosen Wachsuntersuchung durch den Tiergesundheitsdienst in Bayern Gebrauch zu machen. Für das Gedeihen eines Bienenvolkes ist rückstandsfreies Wachs erforderlich.

Der Referent erhielt viel Beifall für seine Ausführungen und den Dank vom Kreisvorsitzenden Reinhold Ziegler.

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