25 Jahre im Dienst der Bienen

Anlässlich der Monatsversammlung des Imkervereins Weiden und Umgebung, am 27.05.18, bekam die 1. Vorsitzende Erika Brandl die Silberne Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes für 25 Jahre Mitgliedschaft verliehen. Ihr Start in die Imkerei war zu einer Zeit, als Frauen nur selten über das Honigschleudern hinaus mit Bienen zu tun hatten. Mit viel Begeisterung erarbeitete sie sich ein umfangreiches Fachwissen über das Leben der Bienen und ihre Haltung. Nachdem sie bereits als Kassier für den Verein tätig war, übernahm sie 2010 sogar dessen Leitung. Seitdem hat sich die Mitgliederzahl verdreifacht. Das ist auf die engagierte Förderung von Jungimkerinnen und Jungimkern zurückzuführen. Auf ihrem Stand in Wiesendorf haben viele die ersten Handgriffe um und ins Bienenvolk erlernt. Neben vielen Fachvorträgen, Ausflügen und anderen Aktivitäten wurde für den Verein eine Satzung geschaffen. Aufgrund ihrer Verbindungen zur Landwirtschaft wurde der Bienenlehrpfad in Almesbach mit einem Standplatz für 2 Völker realisiert. Brandl betonte in ihrem Dank, dass diese Aktivitäten nur mit Hilfe der Vereinsmitglieder möglich waren. Sie wünscht sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit für einen lebendigen Verein im Interesse der Bienen.

Die Bienensachverständige Monika Reichel überreicht der 1. Vorsitzenden Erika Brandl einen Korb mit Kräuterpflanzen als Dank für ihren Einsatz rund um die Bienen und die Imker.

Start Anfängerkurs für Bienenhaltung 2018

Am Samstag, 28. April startet ein neuer Anfängerkurs für alle an der Bienenhaltung interessiert sind.

In die Theorie führt Imkerfachberater Erhard Härtl in der Gaststätte Postkeller in Weiden von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr ein: „Grundlagen der Bienenhaltung“.

Für den Praxisteil  bietet der Imkerverein Weiden und Umgebung im Anschluss Imkern auf Probe an. Beginn dafür ist am Freitag, 4. Mai von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr in Weiden,  Wiesendorf 4. Anmeldung und weitere Auskünfte für beide Termine bei Erika Brandl unter Tel. 09605 2736 oder info@imkervereinweiden.de

Alles rund ums Bienenvolk

Zum Thema „Spurensuche im Bienenvolk“ referierte in der Frühjahrskreisversammlung der Imker in Weiden der Staatliche Fachberater Erhard Härtl. Kreisvorsitzender Reinhold Ziegler aus Kirchenthumbach stellte die erste bayerische Honigprinzessin Doris Grünbauer vor. Sie wurde im September 2017 beim Bayerischen Imkertag in Friedberg für 2 Jahre gewählt. Als aktive Imkerin präsentiert sie die Imkerei mit den Bienen und Honig bei Veranstaltungen in ganz Bayern. Des Weiteren machte Ziegler die neue Bienensachverständige und Fachwartin für Bienen, Monika Reichel, bekannt. Sie hat ihre Prüfung nach einem mehrtägigen Kurs beim Bieneninstitut in Veitshöchheim absolviert.

In seinem Vortrag ging Härtl auf die Fluglochbeobachtung bei den Bienenvölkern ein. Hier sei bereits viel zu erkennen, wie Volksstärke, Platzmangel, Weisellosigkeit, Räuberei oder Krankheiten. Beim Öffnen eines Volkes gewinne man weitere Erkenntnisse über Sanftmut, Futterstand und Bruttätigkeit. An den Brutwaben sehe man die Leistungsfähigkeit der Königin und ev. vorhandene Brutkrankheiten. Weiter regte Härtl an, für die Bienen einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen und das Angebot des Bienengesundheitsdienstes Bayern anzunehmen, den Honig auf Belastungen und Qualität untersuchen zu lassen.

Weitere Infos bei Erika Brandl, Tel. 09605/2735 oder per E-Mail an: info@imkervereinweiden.de.

Bild: von li nach re: Erhard Härtl, Doris Grünbauer, Monika Reichel

Fachvortrag zum offenen Kunstschwarmverfahren

Offenes Kunstschwarmverfahren hilft Imkern, Bienenvölker zu erhalten

Die Arbeit müssen die Imker gemeinsam erledigen

In einer fachlichen Fortbildung hat der Imkerverein Weiden und Umgebung  einen Vortrag über eine  bienenfreundliche Sanierung beim Auftreten der gefürchteten Faulbrut vorgestellt.

Der Vortrag fand am Sonntag, den 21.05.2017, in Weiden i.d.Opf. Im „Postkeller“ statt, 34 Imkerinnen und Imker aus Stadt- und Landkreis waren anwesend.
Die Referentin, Monika Reichel, hat beim Bienenzuchtberater Guido Eich in Niedersachsen die offene Kunstschwarmsanierung mitgemacht und die Ausbildung zur Bienensachverständigen absolviert.

Zunächst ist sie auf das Erkennen der Faulbrut eingegangen. Sie hat Foto- und Filmmaterial von erkrankten Völkern gezeigt mit dem typisch löchrigen Brutnest, eingefallenen bzw. löchrigen Zelldeckeln oder Tröpfchen nach einer Ausschlagprobe. Zugleich erläuterte sie die Untersuchung mit einer Pinzette. Dabei wird der Zelldeckel vorsichtig beiseitegeschoben, um den Zellinhalt unbeschädigt zu sehen. „Wenn in der Zelle jemand drin sitzt, dem  ein Namen geben werden kann –Made, Puppe, o.ä., auch wenn er noch so sch… aussieht, dann kann es keine Faulbrut sein!“ Die übliche Methode, mit einem Streichholz in der Zelle zu quirlen, ist  dafür zu grob. Wenn in der Zelle nur eine fadenziehende Masse vorhanden ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die gefürchtete Bruterkrankung. Die Farbe ist unterschiedlich. Meist ist dabei der typische Geruch vorhanden, den die Referentin als eine Mischung zwischen bitterer Schokolade mit Fußschweiß und einem Schuss frischen Brotduft  beschrieb. Wenn festsitzende, gerillte Schorfe zu finden sind, sind Milliarden von Faulbrutsporen im Volk vorhanden. Da nur die Brut erkrankt, gilt es daher, die erwachsenen Bienen von der erkrankten Brut und dem verseuchten Futter zu trennen, um das Bienenvolk an sich zu erhalten, sofern es durch die Krankheit nicht schon zu sehr geschwächt ist. Die Imker müssen daher das Krankheitsbild kennen, um im Falle einer Infektion so früh wie möglich aktiv zu werden. Bei Verdacht bzw. Ausbruch der Krankheit ist unverzüglich der Amtsveterinär einzuschalten. Dieser muss die betroffenen und alle umliegenden Völker kontrollieren. Heute wird bei allen Völkern am Stand und in der Umgebung eine Futterkranzprobe gezogen. Damit kann man im Sinne eines „Rauchmelders“  einen Sporenbefall nachweisen, noch bevor ein Ausbruch der Krankheit erfolgt. Es müssen alle Völker in der Umgebung  beprobt werden, damit der Ausgangspunkt der Infektion gefunden wird. Daher ist es wichtig, dass alle Bienenstände bekannt sind. Jeder Imker unterliegt der Meldepflicht nach der Bienenseuchenverordnung. Er hat seine Völker und die Standorte beim Amtstierarzt anzumelden. Faulbrut kann jeder Imker sehr schnell an den Stand bekommen, da bekanntlich besonders die starken Völker gerne bei zusammenbrechenden Völkern das Futter räubern und damit die Sporen bei sich eintragen.

Wenn die Herdsuche abgeschlossen ist, kann festgelegt werden, wann und wie die Sanierung  der betroffenen  Bienenstände erfolgen soll. Mit dem offenen Kunstschwarmverfahren werden die Bienenvölker erhalten. Das Desinfizieren des Materials muss sowieso erfolgen. Es macht aber nur Sinn, wenn alle Imker gleichzeitig sanieren, damit durch Räuberei nicht gleich wieder eine Infektion weitergetragen wird. Daher müssen die Imker  über Vereins- bzw. Verbandsgrenzen hinweg an einem Wochenende in einer gemeinsamen Aktion die Arbeiten durchführen. Dazu muss ein geeigneter befestigter Platz mit Strom- und Wasseranschluss gefunden werden. Eine Waschstraße mit Kratztisch, Wachsschmelzer, Gasbrenner bzw. Laugenbad und Hochdruckreiniger ist erforderlich. Es muss abgesprochen werden, wie die Brut- und Futterrähmchen entsorgt werden. Anzuraten ist bei Ausbruch der Krankheit eine bienendichte Anlieferung bei der Müllverbrennung. Diese Vereinbarungen einschließlich der Klärung von Fragen zur Entsorgung des Tresters müssen vorab in Zusammenarbeit mit dem Amtsveterinär erfolgen. Die Imker müssen vor der Sanierung erntereifen Honig entnehmen und genügend Mittelwänden, Futter und Futtergeschirre und ev. Varroabehandlungsmitteln besorgen. Für die Sanierung muss eine genügend große Hilfsmannschaft bereit stehen.

Zu Beginn der Sanierung über offene Kunstschwärme werden die erwachsenen Bienen vom Wabenwerk in den bisherigen Boden und eine Zarge abgestoßen. Unter dem Deckel wird ein Absperrgitter eingelegt, damit sie sich nach Bienenart wie im Naturschwarm aufketten können. So müssen die Bienen eine je nach Trachtlage drei- bis fünftägige Hungerphase durchmachen.  Damit wird erreicht, dass die Bienen im freien Flug alles verseuchte Futter durch ihr Verdauungssystem ausscheiden und im Freien abkoten. Die Faulbrutsporen sind empfindlich auf UV-Licht, auch wenn sie sonst Jahrzehnte überstehen sollen. Die Völker können sich selbst mit Wasser versorgen. Bei Tracht werden sie anfangen, Wäbchen zu bauen, die jedoch jeden Tag entnommen  werden müssen. Am dritten Tag wird das Absperrgitter und der Deckel weggenommen und ihnen eine desinfizierte Zarge mit Mittelwänden und einer Fütterungseinrichtung mit Folie und Deckel aufgesetzt. Die Bienen ziehen nun von unten nach oben ins „Frischeabteil“. Deshalb kann danach der verseuchte Boden und die unterste Zarge weggenommen werden und auf einen desinfizierten Boden gestellt werden. Am ersten Tag werden sie mit einem halben Liter Sirup oder Zuckerwassermischung im Verhältnis 2:3 gefüttert, damit sie anfangen zu bauen. Im Anschluss muss eine kräftige Auffütterung erfolgen. Zu beachten dabei ist, dass die Kunstschwärme je nach Jahreszeit stark genug gebildet werden. Bei einer Sanierung im Herbst werden daher Völker zusammengelegt. In diesem Zusammenhang kann eine Umweiselung bzw. eine Behandlung gegen die Varroamilbe erfolgen.

Das gesamte Material der Bienenvölker muss desinfiziert werden, entweder durch ausreichendes Abflammen oder durch ein Tauchen in einer geeigneten Desinfektionslösung. Alles Futter, Wachs und Kittharz muss entfernt werden. Abkehrbesen, Folien oder Kunststoffabsperrgitter werden entsorgt. Alle Futterwaben, auch helle Waben aus dem Lager, können die Faulbrutsporen enthalten und sind unbedingt restlos zu entsorgen, damit keine Reinfektion entsteht.

Die Referentin zeigte dazu beeindruckende Aufnahmen einer Sanierung, die den Imkern einen nachhaltigen Eindruck ermöglicht hat. Sie betonte, dass durch eine fachlich korrekte Sanierung über offene Kunstschwärme die amerikanische Faulbrut in den Griff zu bekommen ist und somit ihren Schrecken bei den Imkern verlieren kann. Dafür lohnt es sich, zusammen zu stehen und den Arbeitsaufwand gemeinsam zu stemmen.

Jahreshauptversammlung 2017

Neuer Einführungskurs für Interessierte an der Bienenhaltung beim Imkerverein Weiden und Umgebung

Jahreshauptversammlung zeugt von rühriger Vereinsarbeit. Die Mitgliederzahl ist auf 57 angewachsen mit 297 Bienenvölkern. Darunter sind 18 Frauen.

Die Vorsitzende Erika Brandl legt in ihrem Rechenschaftsbericht die vielen Aktivitäten im Jahr 2016 dar. So gab sich der Verein im 54-gsten Jahr seines Bestehens eine Satzung. Es fand ein Vereinsausflug zum Imkertag der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenanstalt in Veitshöchheim statt. Ein Kurs für Einsteiger in die Imkerei , ein Honigkurs und ein Kurs über Wachs mit insgesamt 88 Teilnehmern wurde durchgeführt. Mit viel Engagement beteiligte sich der Verein an der Einrichtung des Almesbachers Bienenlehrpfad zusammen mit Studierenden der Höheren Landbauschule Almesbach. Dieser kann jederzeit begangen werden. Dieses Jahr soll der Lehrpfad mit lebenden Bienenvölkern ergänzt werden, die von Vereinsmitgliedern betreut werden. Wünsche nach Führungen können an die Vereinsvorsitzende gerichtet werden.

Dem Imkerverein liegt die Nachwuchsgewinnung sehr am Herzen. Im vergangenen Jahr kamen 15 Jungimker zum Erlernen dieses schönen Handwerks. Ab 21. April 2017 wird wieder ein Kurs für Einsteiger in die Imkerei gestartet. Er findet jeweils freitags um 17.00 Uhr am Bienenstand der Vereinsvorsitzenden Erika Brandl in Wiesendorf 4 statt. Es werden die Grundlagen der Bienenhaltung in Theorie und Praxis dargestellt. Es werden Beuten, Zubehör, Völkerführung über das Jahr, Honigernte, Behandlung der Varroamilbe und Einfütterung erklärt. Jeder darf direkt an einem summenden Bienenvolk arbeiten. Wer möchte, kann über die Bildung eines Ablegers sich ein eigenes Volk heranziehen. Material und Schutzkleidung wird zur Verfügung gestellt. Zwei Schnupperstunden sind kostenfrei. Der weitere Besuch kostet für Volljährige 25,- Euro. Eine Anmeldung dazu wird erbeten unter der Telefonnummer 09605/2736 oder E-Mail: info@imkervereinweiden.de

Bienen und Bienenwachs

Der Imkerverein Weiden und Umgebung hat zusammen mit dem Imkerkreisverband Weiden 12.2.2017 im Postkeller in Weiden einen Wachskurs vom niederbayerischen Imkerfachberater Erhard Härtl angeboten.

88 Imker und Imkerinnen kamen, um sich über das wertvolle Produkt Bienenwachs informieren zu lassen. Herr Härtl berichtet, dass die Baubienen aus speziellen Wachsdrüsen zwischen den Bauchschuppen jeweils 8 winzig kleine, durchsichtige Wachsschüppchen ausschwitzen, die sie mit den Mundwerkzeugen abnehmen, durchkneten, um damit ihren Wabenbau zu errichten. Mit den sechseckigen Zellen nutzt die Biene die geschickteste Raumaufteilung mit dem geringsten Aufwand an Baumaterial. Die Waben sind das Skelett eines Bienenvolkes. Es dient zur Aufzucht der Brut, zur Speicherung des Honigvorrates und als Tanzboden, um anderen Bienen mitzuteilen, wo sie eine Nektarquelle finden. Es finden sich verschiedenartige Zellen auf den Waben. Die Brutzellen der Arbeiterinnen sind kleiner als die der Männchen, der Drohnen. Die Weiselzellen der Königinnen sind am größten und haben eher die Form eines Zäpfchens. Das Wachs besteht aus einem Stoffgemisch von über 300 Bestandteilen. Es nimmt fettlösliche Bestandteile auf. Daher muss der Imker darauf achten, dass er den Bienen nur sauberes Wachs in Form der vorgepressten Mittelwände gibt. Diese bauen Bienen bei Bedarf weiter aus. Zusammen mit dem Entdeckelungswachs kann der Imker daher pro Volk im Jahr ca. ein Kilogramm Wachs gewinnen. Dieses Bienenwachs war früher besonders in Kirchen für die Kerzenherstellung mehr begehrt als der Honig. Heute wird Bienenwachs auch in der Industrie genutzt, beispielsweise als Trennmittel für Gummibärchen, als Trägerstoff in der Pharmazie oder in der Kosmetik als Bestandteil von Salben. Reines Bienenwachs ist daran zu erkennen ist, dass bei einer Erhitzung ein angenehmer Geruch entsteht, beim Ritzen mit dem Fingernagel sich eine Spirale bildet, ein Kreidestrich haften bleibt und bei einer Kauprobe eines kleinen Stückchens Wachs nichts an den Zähnen kleben bleibt. Herr Härtl gab zudem Hinweise und Tipps zur Bauerneuerung in den Bienenvölkern, Wachsgewinnung und seiner Bearbeitung. Außerdem empfahl er, zur Qualitätssicherung des Bienenwachses von der Möglichkeit der derzeit kostenlosen Wachsuntersuchung durch den Tiergesundheitsdienst in Bayern Gebrauch zu machen. Für das Gedeihen eines Bienenvolkes ist rückstandsfreies Wachs erforderlich.

Der Referent erhielt viel Beifall für seine Ausführungen und den Dank vom Kreisvorsitzenden Reinhold Ziegler.

Bienenwachskurs am 12.2.2017, 18:00

Wir laden zur Versammlung am Sonntag, den 12. Februar um 18.00 Uhr in die Gaststätte Postkeller, im Saal ein.

Thema: Wachskurs mit Imkerfachberater Erhard Härtl

  • Gewinnung und Verarbeitung von Bienenwachs
  • Empfehlungen zum Wachskreislauf
  • Qualitätssicherung bei Bienenwachs
  • Rückstandschutz und Empfehlungen
  • Mittelwandherstellung
  • Empfehlungen zur Wachsverarbeitung
  • Wachsaustausch im Volk, Bauerneuerung