Archiv für den Autor: Monika Reichel

Fachvortrag zum offenen Kunstschwarmverfahren

Offenes Kunstschwarmverfahren hilft Imkern, Bienenvölker zu erhalten

Die Arbeit müssen die Imker gemeinsam erledigen

In einer fachlichen Fortbildung hat der Imkerverein Weiden und Umgebung  einen Vortrag über eine  bienenfreundliche Sanierung beim Auftreten der gefürchteten Faulbrut vorgestellt.

Der Vortrag fand am Sonntag, den 21.05.2017, in Weiden i.d.Opf. Im „Postkeller“ statt, 34 Imkerinnen und Imker aus Stadt- und Landkreis waren anwesend.
Die Referentin, Monika Reichel, hat beim Bienenzuchtberater Guido Eich in Niedersachsen die offene Kunstschwarmsanierung mitgemacht und die Ausbildung zur Bienensachverständigen absolviert.

Zunächst ist sie auf das Erkennen der Faulbrut eingegangen. Sie hat Foto- und Filmmaterial von erkrankten Völkern gezeigt mit dem typisch löchrigen Brutnest, eingefallenen bzw. löchrigen Zelldeckeln oder Tröpfchen nach einer Ausschlagprobe. Zugleich erläuterte sie die Untersuchung mit einer Pinzette. Dabei wird der Zelldeckel vorsichtig beiseitegeschoben, um den Zellinhalt unbeschädigt zu sehen. „Wenn in der Zelle jemand drin sitzt, dem  ein Namen geben werden kann –Made, Puppe, o.ä., auch wenn er noch so sch… aussieht, dann kann es keine Faulbrut sein!“ Die übliche Methode, mit einem Streichholz in der Zelle zu quirlen, ist  dafür zu grob. Wenn in der Zelle nur eine fadenziehende Masse vorhanden ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die gefürchtete Bruterkrankung. Die Farbe ist unterschiedlich. Meist ist dabei der typische Geruch vorhanden, den die Referentin als eine Mischung zwischen bitterer Schokolade mit Fußschweiß und einem Schuss frischen Brotduft  beschrieb. Wenn festsitzende, gerillte Schorfe zu finden sind, sind Milliarden von Faulbrutsporen im Volk vorhanden. Da nur die Brut erkrankt, gilt es daher, die erwachsenen Bienen von der erkrankten Brut und dem verseuchten Futter zu trennen, um das Bienenvolk an sich zu erhalten, sofern es durch die Krankheit nicht schon zu sehr geschwächt ist. Die Imker müssen daher das Krankheitsbild kennen, um im Falle einer Infektion so früh wie möglich aktiv zu werden. Bei Verdacht bzw. Ausbruch der Krankheit ist unverzüglich der Amtsveterinär einzuschalten. Dieser muss die betroffenen und alle umliegenden Völker kontrollieren. Heute wird bei allen Völkern am Stand und in der Umgebung eine Futterkranzprobe gezogen. Damit kann man im Sinne eines „Rauchmelders“  einen Sporenbefall nachweisen, noch bevor ein Ausbruch der Krankheit erfolgt. Es müssen alle Völker in der Umgebung  beprobt werden, damit der Ausgangspunkt der Infektion gefunden wird. Daher ist es wichtig, dass alle Bienenstände bekannt sind. Jeder Imker unterliegt der Meldepflicht nach der Bienenseuchenverordnung. Er hat seine Völker und die Standorte beim Amtstierarzt anzumelden. Faulbrut kann jeder Imker sehr schnell an den Stand bekommen, da bekanntlich besonders die starken Völker gerne bei zusammenbrechenden Völkern das Futter räubern und damit die Sporen bei sich eintragen.

Wenn die Herdsuche abgeschlossen ist, kann festgelegt werden, wann und wie die Sanierung  der betroffenen  Bienenstände erfolgen soll. Mit dem offenen Kunstschwarmverfahren werden die Bienenvölker erhalten. Das Desinfizieren des Materials muss sowieso erfolgen. Es macht aber nur Sinn, wenn alle Imker gleichzeitig sanieren, damit durch Räuberei nicht gleich wieder eine Infektion weitergetragen wird. Daher müssen die Imker  über Vereins- bzw. Verbandsgrenzen hinweg an einem Wochenende in einer gemeinsamen Aktion die Arbeiten durchführen. Dazu muss ein geeigneter befestigter Platz mit Strom- und Wasseranschluss gefunden werden. Eine Waschstraße mit Kratztisch, Wachsschmelzer, Gasbrenner bzw. Laugenbad und Hochdruckreiniger ist erforderlich. Es muss abgesprochen werden, wie die Brut- und Futterrähmchen entsorgt werden. Anzuraten ist bei Ausbruch der Krankheit eine bienendichte Anlieferung bei der Müllverbrennung. Diese Vereinbarungen einschließlich der Klärung von Fragen zur Entsorgung des Tresters müssen vorab in Zusammenarbeit mit dem Amtsveterinär erfolgen. Die Imker müssen vor der Sanierung erntereifen Honig entnehmen und genügend Mittelwänden, Futter und Futtergeschirre und ev. Varroabehandlungsmitteln besorgen. Für die Sanierung muss eine genügend große Hilfsmannschaft bereit stehen.

Zu Beginn der Sanierung über offene Kunstschwärme werden die erwachsenen Bienen vom Wabenwerk in den bisherigen Boden und eine Zarge abgestoßen. Unter dem Deckel wird ein Absperrgitter eingelegt, damit sie sich nach Bienenart wie im Naturschwarm aufketten können. So müssen die Bienen eine je nach Trachtlage drei- bis fünftägige Hungerphase durchmachen.  Damit wird erreicht, dass die Bienen im freien Flug alles verseuchte Futter durch ihr Verdauungssystem ausscheiden und im Freien abkoten. Die Faulbrutsporen sind empfindlich auf UV-Licht, auch wenn sie sonst Jahrzehnte überstehen sollen. Die Völker können sich selbst mit Wasser versorgen. Bei Tracht werden sie anfangen, Wäbchen zu bauen, die jedoch jeden Tag entnommen  werden müssen. Am dritten Tag wird das Absperrgitter und der Deckel weggenommen und ihnen eine desinfizierte Zarge mit Mittelwänden und einer Fütterungseinrichtung mit Folie und Deckel aufgesetzt. Die Bienen ziehen nun von unten nach oben ins „Frischeabteil“. Deshalb kann danach der verseuchte Boden und die unterste Zarge weggenommen werden und auf einen desinfizierten Boden gestellt werden. Am ersten Tag werden sie mit einem halben Liter Sirup oder Zuckerwassermischung im Verhältnis 2:3 gefüttert, damit sie anfangen zu bauen. Im Anschluss muss eine kräftige Auffütterung erfolgen. Zu beachten dabei ist, dass die Kunstschwärme je nach Jahreszeit stark genug gebildet werden. Bei einer Sanierung im Herbst werden daher Völker zusammengelegt. In diesem Zusammenhang kann eine Umweiselung bzw. eine Behandlung gegen die Varroamilbe erfolgen.

Das gesamte Material der Bienenvölker muss desinfiziert werden, entweder durch ausreichendes Abflammen oder durch ein Tauchen in einer geeigneten Desinfektionslösung. Alles Futter, Wachs und Kittharz muss entfernt werden. Abkehrbesen, Folien oder Kunststoffabsperrgitter werden entsorgt. Alle Futterwaben, auch helle Waben aus dem Lager, können die Faulbrutsporen enthalten und sind unbedingt restlos zu entsorgen, damit keine Reinfektion entsteht.

Die Referentin zeigte dazu beeindruckende Aufnahmen einer Sanierung, die den Imkern einen nachhaltigen Eindruck ermöglicht hat. Sie betonte, dass durch eine fachlich korrekte Sanierung über offene Kunstschwärme die amerikanische Faulbrut in den Griff zu bekommen ist und somit ihren Schrecken bei den Imkern verlieren kann. Dafür lohnt es sich, zusammen zu stehen und den Arbeitsaufwand gemeinsam zu stemmen.

Bienen und Bienenwachs

Der Imkerverein Weiden und Umgebung hat zusammen mit dem Imkerkreisverband Weiden 12.2.2017 im Postkeller in Weiden einen Wachskurs vom niederbayerischen Imkerfachberater Erhard Härtl angeboten.

88 Imker und Imkerinnen kamen, um sich über das wertvolle Produkt Bienenwachs informieren zu lassen. Herr Härtl berichtet, dass die Baubienen aus speziellen Wachsdrüsen zwischen den Bauchschuppen jeweils 8 winzig kleine, durchsichtige Wachsschüppchen ausschwitzen, die sie mit den Mundwerkzeugen abnehmen, durchkneten, um damit ihren Wabenbau zu errichten. Mit den sechseckigen Zellen nutzt die Biene die geschickteste Raumaufteilung mit dem geringsten Aufwand an Baumaterial. Die Waben sind das Skelett eines Bienenvolkes. Es dient zur Aufzucht der Brut, zur Speicherung des Honigvorrates und als Tanzboden, um anderen Bienen mitzuteilen, wo sie eine Nektarquelle finden. Es finden sich verschiedenartige Zellen auf den Waben. Die Brutzellen der Arbeiterinnen sind kleiner als die der Männchen, der Drohnen. Die Weiselzellen der Königinnen sind am größten und haben eher die Form eines Zäpfchens. Das Wachs besteht aus einem Stoffgemisch von über 300 Bestandteilen. Es nimmt fettlösliche Bestandteile auf. Daher muss der Imker darauf achten, dass er den Bienen nur sauberes Wachs in Form der vorgepressten Mittelwände gibt. Diese bauen Bienen bei Bedarf weiter aus. Zusammen mit dem Entdeckelungswachs kann der Imker daher pro Volk im Jahr ca. ein Kilogramm Wachs gewinnen. Dieses Bienenwachs war früher besonders in Kirchen für die Kerzenherstellung mehr begehrt als der Honig. Heute wird Bienenwachs auch in der Industrie genutzt, beispielsweise als Trennmittel für Gummibärchen, als Trägerstoff in der Pharmazie oder in der Kosmetik als Bestandteil von Salben. Reines Bienenwachs ist daran zu erkennen ist, dass bei einer Erhitzung ein angenehmer Geruch entsteht, beim Ritzen mit dem Fingernagel sich eine Spirale bildet, ein Kreidestrich haften bleibt und bei einer Kauprobe eines kleinen Stückchens Wachs nichts an den Zähnen kleben bleibt. Herr Härtl gab zudem Hinweise und Tipps zur Bauerneuerung in den Bienenvölkern, Wachsgewinnung und seiner Bearbeitung. Außerdem empfahl er, zur Qualitätssicherung des Bienenwachses von der Möglichkeit der derzeit kostenlosen Wachsuntersuchung durch den Tiergesundheitsdienst in Bayern Gebrauch zu machen. Für das Gedeihen eines Bienenvolkes ist rückstandsfreies Wachs erforderlich.

Der Referent erhielt viel Beifall für seine Ausführungen und den Dank vom Kreisvorsitzenden Reinhold Ziegler.

Probeimkern am 14.5. entfällt

Für morgen (14.5.2016) ist kaltes Wetter angesagt. Für die Honigernte passt es nicht, ein Schwarm ist auch nicht zu erwarten. Daher findet morgen kein Probeimkern statt.
Die Mappen sind da!  Wer über Pfingsten schmökern möchte, kann sie sich bei der Erika holen.
Am 21.5. wollen wir wieder loslegen. Bitte vormerken.

Probeimkern 23.4.2015

Liebe Bienenfreundinnen und Bienenfreunde,

ich möchte im Auftrag von Erika erinnern, dass wir uns morgen um 14.00 Uhr bei ihr treffen.
Leider ist die Wettervorhersage nicht gut. Wie wir an Völker gehen können, müssen wir kurzfristig entscheiden.
Wir haben genügend Themen rund um das Bienenvolk.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Bis morgen!
Monika

PS: Es gibt Gegenden in Deutschland, wo diese Woche schon die ersten Bienenschwärme im Baum hingen!

Vortrag zur Amerikanischen Faulbrut

Der Imkerverein Weiden und Umgebung hat alle ImkerInnen und Interessierte aus aktuellem Anlass eingeladen zum Thema „Amerikanische Faulbrut und andere Bienenkrankheiten“.

Herr Erhard Härtl, 2. Vorstand des Vereins und Bienenfachberater in Niederbayern hat einen ausführlichen Vortrag gehalten mit Schwerpunkt der Amerikanischen Faulbrut. Dies ist eine sehr gefürchtete Brutkrankheit der Bienen, die hochansteckend für Bienen ist und ganze Völker dahin rafft. Herr Härtl zeigte Bilder, wie die Brutwaben bei Befall aussehen. Außerdem hat er erläutert, dass eine Ansteckung oft erfolgt durch das Ausräubern der Honigvorräte durch gesunde Bienen von erkrankten Völkern, die die Fluglöcher nicht mehr bewachen können. So holen sich vitale Völker die Sporen ins eigene Futter und können daran erkranken. Besonders infektiös ist das Spätstadium der eingetrockneten Schorfe der Überreste der Bienenbrut. In ihm sind Milliarden von Sporen enthalten, die erneut in Bienenmaden auskeimen können. Für den Menschen sind die Sporen absolut ungefährlich, daher ist der Honig verkehrsfähig. Herr Härtl erläuterte, dass es sehr wichtig ist, bei Ausbruch der Seuche alle Völker im betroffenen Gebiet zu kontrollieren. Auch auf wild lebende Völker muss geachtet werden. Er wies auf die Meldepflicht hin, dass jede Bienenhaltung beim Veterinäramt anzuzeigen ist. Nur so können alle Imker in die erforderlichen Maßnahmen mit einbezogen werden.

Er erläuterte das Vorgehen bei Verdacht des Vorliegens der Amerikanischen Faulbrut, die anzeigepflichtig ist. Er unterrichtete über Diagnose, erforderliches Handeln am betroffenen Bienenstand, Einrichtung von Sperrgebieten, und Nachkontrollen. Er appellierte an die ImkerInnen, durch frischen Wabenbau, sorgfältige Völkerführung und –kontrollen einem Ausbruch vorzubeugen. Im Ernstfall empfiehlt er eine enge Zusammenarbeit, damit der Ausbruchsherd gefunden und saniert werden kann, damit weiterhin gesunde Bienen die Bestäubung leisten und unbelasteten Honig erzeugen können.

Im Ausland werden Medikamente zur Bekämpfung dieser Krankheit eingesetzt. Dies ist in Deutschland wegen der dadurch entstehenden Rückstände im Honig nicht zulässig. Da in ausländischen Honigen durchaus eine hohe Sporenbelastung vorhanden sein kann, bitten die ImkerInnen eindringlich, keinen Honig zur Fütterung oder für Wespenfallen aufzustellen. Auch in Altglascontainer sollten am besten nur gereinigte Honiggläser entsorgt werden, wenn sie schon nicht an den/die Imker/in zurückgegeben werden.