Archiv für den Monat: Dezember 2022

Seife sieden mit Bienenwachs und Honig

Von Carolyn Christian-Güner

Seife sieden macht Spaß und man kann seiner Kreativität dabei freien Lauf lassen. Es ist jedoch wichtig sich vorher gut mit der Sache vertraut zu machen und auch die chemischen Prozesse während der Zubereitung zu verstehen.

Es wird mit Natriumhydroxid (Ätznatron/ NaOH) gearbeitet und es entstehen hohe Temperaturen und scharfe Dämpfe und es müssen ausreichend Vorkehrungen getroffen werden, um die eigene Sicherheit und Gesundheit nicht zu gefährden.

Materialien zum Seifensieden
Dinge man zum Seife sieden benötigt

Immer dabei sind säurefeste Handschuhe, eine Schutzbrille und ein Thermometer. Ein ausgedienter Stabmixer wird zum Rühren des Seifenleims benötigt und alle Behältnisse, Schüsseln und Utensilien müssen säurefest und daher am besten aus Plastik sein. Töpfe sind bestenfalls aus Edelstahl oder Emaille, denn beides ist korrosionsbeständig. Einmal für das Seifesieden benutzt, sollten diese Utensilien nicht mehr mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Topf mit Bestandteilen
Grundzutaten

Basis einer jeden Seife sind die Fette. Diese können tierisch, in obigem Falle jedoch ausschließlich pflanzlich sein. Eine ausgewogene Mischung aus festen und flüssigen Fetten macht eine gute Seife aus. Welche Fette man genau benutzen möchte hängt von den eigenen Vorlieben oder Vorstellungen ab. Die Vielfalt der Fette, aus denen man wählen kann, reicht von Aprikosenkernöl bis Ziegentalg.

In diesem Beispiel sind die festen Fette Kokosöl, Kakaobutter und Sheabutter und die flüssigen Fette sind Olivenöl, Sonnenblumenöl, Rizinusöl und Jojobaöl. Reines Bienenwachs (vom Deckelwachs oder Wildbau) und Honig kommen auch noch mit dazu.

Für die Beduftung der Seife eignen sich ätherische Öle (hier Lavendel, Niaouli und Cajeput) und zum Färben bietet sich hier lila Tonerde an. Verziert wird mit einer handgepflückten, getrockneten Blütenmischung aus dem Garten (Lavendel, Malve und Kornblume).

Stoffe zum beduften
Blütenmischung, Tonerde und ätherische Öle zum Färben und Beduften

Für die Natronlauge wird jetzt noch die Menge des Natriumhydroxids und des destillierten Wassers berechnet und mit einer Feinwaage (hier Kaffeewaage) abgewogen und dann kann man starten. (Kleiner Tipp: In Seifenrechnern aus dem Internet kann man Seifenrezepte grammgenau berechnen)

Jetzt wird die Schutzkleidung angezogen, die Fenster bestenfalls geöffnet und Kinder und Haustiere der Seifenküche verwiesen.

Das NaOH wird nun zum destillierten Wasser geschüttet (NIE umgekehrt!) und anschließend wird die Lauge mit einem Löffel gerührt, bis sich alle Kristalle gelöst haben. Die Natronlauge erhitzt sich nun stark und deren Dämpfe sollen nicht eingeatmet werden.

Nun werden die festen Fette und das Bienenwachs im Topf geschmolzen, vom Herd genommen und anschließend die flüssigen Fette hinzugegeben. Wenn sich sowohl die Natronlauge, als auch die Fette auf 30-45 Grad Celsius „heruntergekühlt“ haben, kann mit der Verseifung begonnen werden. Hierfür wird die Natronlauge durch ein Sieb in die Öle gegossen und mit dem Stabmixer vorsichtig und mit Pausen gerührt. Langsam verändert sich die Konsistenz und die Masse wird fester.

Seifenpampe

Nun kommen der Honig, die Tonerde und ganz zum Schluss die ätherischen Öle hinzu.

Zusammenrühren

Wenn der Seifenleim eine puddingartige Konsistenz bekommt wird er in die Seifenform gegossen.

Seifenleim

Anschließend wird die Oberfläche mit den Blüten verziert und nun muss die Seife ruhen. In den nächsten 12 Stunden findet im Seifenleim die sogenannte Gelphase statt, welche die Seife noch einmal heiss und schlussendlich aushärten lässt.

Normalerweise werden Seifen gut isoliert oder abgedeckt, um diese Gelphase zu fördern.

Da Honig und Wachs jedoch starke Temperaturtreiber sind, muss diese Seife nicht extra abgedeckt werden und die Gelphase findet trotzdem statt.

Seifenleim in Model

Nach ein bis zwei Tagen kann die Seife aus der Form genommen und in Stücke geschnitten werden. Die Seifenstücke müssen nun ca. 6-8 Wochen reifen und dann sind sie fertig.

Lehrgangsprogramm 2023 des Bezirksverbandes Imker Oberpfalz e.V.

TagUhrzeitThema
Sa., 11.02.9:00 – 16:00 UhrBienenkrankheiten im Griff * BSV
Professionelles Management und Aktuelles
Sa., 18.03.9:00 – 16:00 UhrAnfängerkurs Teil I
Grundlagen der Bienenhaltung,
Biologie, Arbeits- und Betriebsmittel
Sa., 01.04.9:00 – 13:00 UhrAnfängerkurs Teil II
Auswinterung und Frühjahrsarbeiten
Sa., 22.04.9:00 – 13:00 UhrAnfängerkurs Teil III
Schwarmtrieblenkung, Ablegerbildung, Honigwirtschaft
Sa., 17.06.9:00 – 16:00 UhrAnfängerkurs Teil IV * FW
Bienenkrankheiten und gesunde Völkerführung
Sa., 15.07.9:00 – 13:00 UhrErfolgreiche Varroabekämpfung
Biologie und Bekämpfungsstrategien
Sa., 22.07.9:00 – 13:00 UhrAnfängerkurs Teil V
Spätsommerpflege und Einwinterung
(Varroabehandlung, Raumsteuerung, Fütterung, Wabenerneuerung)
Sa., 23.09.9:00 – 16:00 UhrHonigkurs – Theorieteil
Produktinformation Honig, Produktions-
technik, Honigrecht, Besonderheiten der Warenzeichensatzung des DIB
Sa., 07.10.9:00 – 11:00 UhrDIB – Honigzertifizierungkurs
Vermarktung, Kalkulation, DIB-Warenzeichen Referent: Hirschmann-Titz
Sa., 28.10.9:00 – 13:00 UhrHygiene in der Imkerei *BSV

FW/BSV gekennzeichnete Kurse sind geeignet für Fachwarte und Bienensachverständige in der Ausbildung

Wichtige Informationen:

Anmeldung ist zu allen Kursen mit Adresse, Telefonnummer und
E-Mail erforderlich. Anmeldungen unter E-Mail: bezirk-oberpfalz@lvbi.de

Veranstaltungsort ist das Freilandmuseum Oberpfalz
in Neusath 200, 92507 Nabburg

Kursleitung: Die Kurse werden, soweit nichts anderes vermerkt ist, von der staatlichen Fachberaterin für Bienenzucht, Renate Feuchtmeyer durchgeführt.

Kursgebühren: Keine

Verpflegung: Am Tagungsort sind Getränke, bei Ganztageskursen auch ein kleiner Imbiss erhältlich.

Honigschulung: Die Vermarktung des Honigs im DIB-Honigglas ist nur mit
dem Erwerb des DIB-Honigzertifikates möglich. Dazu müssen folgende drei Ausbildungseinheiten absolviert werden:

  1. Honig-Theoriekurs
  2. Honig-Praxiskurs
  3. DIB-Honigzertifizierungskurs

Der Praxiskurs wird i.d.R. beim Probeimkern im Imkerverein absolviert.

Aktuelle Informationen dazu gibt es unter www.imker-oberpfalz.de

Das Lehrgangsprogramm zum Download als PDF.

Unsere Jungimker und geehrten Mitglieder

60 Jahre Imkerverein: Sieben Jungimker erhalten Urkunden

Am Samstag, den 12. November feierte der Imkerverein Weiden und Umgebung. e.V. sein 60-jähriges Bestehen im gemütlichen Beisammensein in der Gaststätte Schützenhaus Weiden. Der Verein wurde am 25. Mai 1962 von den ersten 14 Mitgliedern aus der Taufe gehoben, wie unsere 1. Vorsitzende Erika Brandl in ihrem Festvortrag schilderte. Die Ziele des Vereins waren wie sie es heute immer noch sind, die Verbreitung der Bienenzucht sowie die Förderung des Naturschutzes und Landschaftspflege. Denn die Biene liefert nicht nur wertvollen Honig, sondern nimmt als Bestäuberin von Nutz- und Wildpflanzen eine bedeutende Rolle in der Natur ein. Rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab.

Sieben Jungimker haben Probeimkern absolviert

Im Namen des Deutschen Imkerbundes überreichte Erika auch die Ehrennadel in Silber an die Mitglieder Wolfgang Bösl und Johann Koller für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft. Daneben erhielten auch die Teilnehmer des vergangenen Probeimker-Kurses ihre Teilnahmeurkunden. Unsere sieben angehenden Jungimker hatten anderthalb Jahre lang das praktische Imkerhandwerk unter der fachkundigen Anleitung von Erika an jeweils einem eigenen Ablegervolk erlernt. Als Grundstock für die eigene Imkerei darf jeder Jungimker nun das von ihm gepflegte Volk sein Eigen nennen. Mit dem Nachweis der Imkerpraxis und einer Theorie-Schulung zum Thema Honig dürfen die angehenden Imker auch das Honigzertifikat des Deutschen Imkerbundes beantragen, um Honig unter dem Markenzeichen „Echter Deutscher Honig“ im bekannten Einheitsglas zu vermarkten.

Monatstreffen des Imkervereins in 2023

Als Ausblick für das kommenden Jahr stellte Georg Wallisch die geplanten Themenvorträge und Schulungen vor, die im Rahmen der Monatsversammlung den Mitgliedern und weiteren Interessierten angeboten werden. Neben neuen Erkenntnissen aus der Forschung trägt auch der Klimawandel zur stetigen Veränderung und Anpassung des Imkerhandwerks bei. Zum Abschluss präsentierte Erika Brandl noch eine Sammlung Honige, die sie und ihre Imkerkollegen im Laufe des Jahres aus verschiedenen Region Deutschlands und der Welt zusammengetragen haben und lud die Anwesenden ein, die teilweise exotischen Schmankerln zu probieren.